Unternehmen und Wirtschaft

Die Region um die Städte Chemnitz und Zwickau bildete einst das industrielle Herz (Mittel)deutschlands, das „deutsche Manchester“. Automobil-, Werkzeug- und Maschinenbau bildeten dabei neben der Textilindustrie, gewachsen aus einer Unzahl kleiner Heimweber, das Rückgrat. Große Namen der deutschen Industrie wie Wanderer, Horch, DKW und Audi, die vier Ringe der späteren Auto Union, erlebten hier ihre Geburtsstunde und erste Blütezeit. Mit Ende des II. Weltkrieges von der US-Armee befreit, fand man sich in der Folge leider auf der östlichen Seite des „Eisernen Vorhangs“ wieder, wo „Planwirtschaft“ nach sowjetischem Modell die „Kriegswirtschaft“ ablöste. Dennoch wurden auch in dieser Zeit große ingenieurwissenschaftliche Leistungen vollbracht. Trabant und Barkas waren die bekanntesten Namen.

Im Jahr 2004 feierte die Wirtschaftsregion Chemnitz-Zwickau, die dynamischste Wachstumsregion im Freistaat Sachsen, 100 Jahre Automobilbau. Nunmehr geprägt durch die nahen Volkswagen-Werke in Chemnitz und Zwickau und namenhafte Zulieferer wie etwa SODECIA in Oelsnitz/Erzg., Koki in Niederwürschnitz, IMPREGLON in Zwönitz oder das Continental-Werk in Limbach-Oberfrohna, um nur einige zu nennen. Mit der IAV sitzt in Stollberg/Erzg. eine der großen automobilen Ingenieurschmieden.

Die Textilindustrie sah viele Höhen und Tiefen. Johann Esche baute erstmals auf deutschem Boden im 18. Jahrhundert in Limbach-Oberfrohna einen englischen Wirkstuhl nach, Prof. Heinrich Mauersberger aus Limbach-Oberfrohna ist der Erfinder der MaLimO-Technik. Das ESDA-Strumpfkombinat der ehemaligen DDR hatte seinen Sitz in Auerbach/Erzg., in Oberlungwitz prägte das FSO-Werk das Stadtbild, die Möbelstoff- und Plüschwerke hatten ihren Kombinatssitz in Hohenstein-Ernstthal. Färben, Spinnen, Stricken, Weben, Nähen – alle Techniken um und mit Garn waren in der Region zu haus, die prächtigen Gründerzeitvillen der Fabrikanten zeugen allenthalben vom damaligen Reichtum der Städte und Gemeinden. So manche traditionsreiche Textilfirma wurde in Südwestsachsen gegründet, nun werden bspw. in Dorfchemnitz (Zwönitz) bei FALKE Strümpfe gefertigt, in Limbach-Oberfrohna stehen die Maschinen bei NOON ebenso wenig still, wie bei ESDA in Auerbach/Erzg., ROGO in Oberlungwitz und Lindner in Hohenstein-Ernstthal. Hohe Innovationsfähigkeit ist in dieser Branche ebenso ein Markenzeichen, wie im Vorrichtungs-, Werkzeug- und Maschinenbau. Hier bspw. die Firmen USK in Kändler (Limbach-Oberfrohna), Hohenstein Vorrichtungsbau und Spannsysteme oder ThyssenKrupp, beide in Hohenstein-Ernstthal, M&V in Jahnsdorf oder in der zukunftsträchtigen Solaranlagenbranche, hier z.B. die Hohenstein-Ernstthaler Firma Meyer Burger. Im Metallbereich zu nennen ebenfalls das Siemens Getriebe-Werk in Penig und BGH Edelstahl in Lugau. Unbedingt Erwähnung finden muss auch die Elektronik- und Elektrotechnikbranche, stellvertretend dafür die SKS-Gruppe in Niederdorf, die KSG Leiterplatten in Gornsdorf, eto in Oelsnitz/Erzg. oder die MURR Elektronic Stollberg/Erzg.. Innovative Firmen ebenfalls das Mühlbauer-Werk in Stollberg/Erzg. und in der Medizintechnik das Fresenius-Werk, ebenfalls in Stollberg/Erzg.. Mit Diamant sitzt in Hartmannsdorf einer der traditionsträchtigsten deutschen Fahrradhersteller, inzwischen erfolgreicher Teil der US-Firma TREK. Die Komsa in Hartmannsdorf ist ebenso eine Erfolgsgeschichte im Bereich des Mobilfunks, wie die Mugler AG in Oberlungwitz.

Lichtenauer Mineralbrunnen, aus dem gleichnamigen Ort, ist deutschlandweit ein Markenbegriff. Hier wird auch die bekannte Vita-Cola abgefüllt. Die drei privaten Brauereien im Wahlkreis, die Glückauf-Brauerei Gersdorf, das Hartmannsdorfer Brauhaus und die Brauerei Zwönitz, setzten die Tradition einer „bierreichen“ Gegend fort.

Die Aufzählung ließe sich fortsetzen, ist zwangsläufig unvollständig -ausgezeichnete Ausbildung und Gründergeist waren und sind das Kapital der fleißigen Menschen im sächsischen Südwesten.