Kultur, Sport und Freizeit

Die kulturelle Landschaft hat vielerlei Museen zu bieten. Am bedeutendsten sind wohl die Karl-May-Stätten in und um Hohenstein-Ernstthal. Der große sächsische Phantast Karl May, geboren im Ernstthaler „Ardistan“ als Sohn einer armen Weberfamilie, hat der Welt nicht nur die Geschichten um Winnetou und Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar oder Dr. Sternau geschenkt. Die Humoresken und erzgebirgischen Dorfgeschichten sind mindestens ebenso lesenswert. Nicht zuletzt das religiöse Spätwerk und die weniger bekannten Gedichte und Lieder, ja selbst ein Drama, machen einen großen Teil des Menschen Karl May, einem Genie seiner Zeit, aus. Das Karl-May-Geburtshaus auf der gleichnamigen Straße in Hohenstein-Ernstthal ist seit Jahren Museum. (Noch) kein Museum aber viele lesenswerte Bücher hat uns der ebenfalls aus Hohenstein-Ernstthal kommende Schriftsteller Werner Legere hinterlassen. Im Bereich der Malerei und Grafik sind Fritz von Uhde (Limbach-Oberfrohna) und Heinz Tetzner aus Gersdorf deutschlandweit bekannte Namen der vergangenen Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte.

In Lichtenstein wartet neben der Miniwelt mit Minikosmos das Daetz-Centrum, ein Kleinod rund um die Kunst der Holzbildhauerei, benannt nach dem Stifter der gleichnamigen Stiftung, Peter Daetz, 2004 Träger des deutschen Stifterpreises, mit einer einmaligen Sammlung von Holzschnitzarbeiten aus aller Welt auf Besucher. Limbach-Oberfrohna hat neben einem schönen Tierpark mit dem LIMBOmar ein Erlebnisbad und ein sehenswertes Industriemuseum sowie seinen schönen Amerika-Tierpark und die veranstaltungsreiche Stadthalle sowie ein Kino (ein weiteres findet sich in Hohenstein-Ernstthal) anzubieten. Das Sportzentrum „Am Taurastein“ in Burgstädt, Teil des Naherholungsbietes Wettinhain, und das HOT Badeland in Hohenstein-Ernstthal warten ebenso ganzjährig auf Badebesucher wie der Stausee Oberwald und das Areal Walkteich Stollberg/Erzg. in der Freiluftsaison. In Zwönitz, das weithin für die lebendige Tradition der Nachtwächter bekannt ist, sind bspw. die Museen Papiermühle und „Knochenstampfe“ sowie die „Austel-Villa“ einen Besuch wert. Die zweijährlich in Hohenstein-Ernstthal und Umgebung durchgeführt „Saxoniade“, ein internationales Blasmusikorchestertreffen, hat eine lange Tradition. Die Jugendblasorchester in Bernsdorf und Hohenstein-Ernstthal, die Schalmeienzünfte Hartmannsdorf und Milkau, die Meinersdorfer Musikanten und das Bergmusikkorps „Glück Auf“ Oelsnitz/Erzg. seien nur stellvertretend für eine musikliebende Gegend genannt. Beliebt ist auch die Faschingszeit – viele Vereine leben das ganze Jahr für die närrische Zeit und auch der politische Aschermittwoch Penig ist inzwischen eine mittelsächsische Institution. Die Burgstädter Kulturwoche und der mittelsächsische Kultursommer sind feste Termine im kulturellen Jahreskalender.

Der Taurasteinturm ist in Burgstädt (ebenfalls im Gebiet Wettinhain) ist ebenso sehenswert, wie der schöne Waldfriedhof. In Penig finden sich die Kellerberge und der Naturpark „Köbe“, Sachsens kleinster Zoo. Die Gegend um Rochlitz ist weithin bekannt als Land des roten Porphyr. Der rhyolitische Tuff (erkaltete Lavaasche) wird am Rochlitzer Berg bis heute abgebaut. Dem Seelitzer Altbergbau widmet sich seit einigen Jahren liebevoll ein Verein.

Wandern ist in vielen Gegenden unseres schönen Landes eine beliebte Freizeitbeschäftigung, so auch in meiner Heimat, Die Täler, bspw. im mittelsächsischen Teil das Chemnitztal und das Schweizerthal, laden zur Wanderung ebenso ein, wie das Erzgebirgsvorland ein. Die heimischen Erzgebirgsvereine bspw. sind hier sehr aktiv.

Ein schönes Brauchtum gerade in den ländlicheren Regionen sind die Kleingartenvereine und die Rassegeflügel- und -kaninchenzüchter, die alljährlich liebevolle Schauen veranstalten und eine tolle Jugendarbeit betreiben.

Kultur und Sport gehen manches Mal fließend ineinander über – ein solches Beispiel ist der legendäre Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal. 130.000 Zuschauer kamen zum 1. Badberg-Viereck-Rennen zur Himmelfahrt am 26. Mai 1927. 1937 bekam die Strecke, damals schon ein fester Bestandteil im internationalen Rennkalender, den Namen Sachsenring. Ewald Kluge, Bernd Rosemeyer und der tödlich auf dem Sachsenring verunglückte Engländer James Guthrie waren die prägenden Namen im Zwei-, Drei- und Vierradmotorsport dieser Zeit. Der Große Preis von Europa fand auf dem Sachsenring statt. Nach 1949 blühte der Sachsenring ein zweites Mal auf. Männer wie Walter Zeller oder Hans Stuck waren nun die Heroen der Jugend. Straßenweltmeisterschaften im Radsport im Jahre 1960 mit dem Lichtensteiner Bernhard Eckstein und „Täve“ Schur wurden zu einem weiteren Highlight des rund 8,7 km langen Rundkurses. Ab 1961 wurden Motorradweltmeisterschaftsläufe vor bis zu 500.000 Zuschauern ausgetragen. Nun waren es Männer wie Giacomo Agostini oder der leider ebenfalls auf dem Sachsenring tödlich verunglückte Bill Ivy, denen die Massen zujubelten. Der Sieg des „Westdeutschen“ Dieter Braun im Jahre 1971 war den Bonzen der SED dann zuviel, so dass ab 1973 „nur noch“ Rennen der Ostblockstaaten stattfanden. Aber Männer wie der einheimische Frank Wendler oder Ulli Melkus aus Dresden etwa boten auch in dieser Zeit guten Sport auf zwei und vier Rädern. Unvergessen sind die Duelle der „Rennpappen“. 1990 fand das erste und gleichzeitig letzte internationale Sachsenringrennen nach dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR statt, mit einem neuen ewigen Streckenrekord in der Superbike durch Peter Rubatto, der die Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem 8,7 km langen Naturrundkurs auf fast 190 km/h steigerte, und leider drei Toten – zuviel für die Zukunft der alten Strecke. Die Flamme des Motorsports in der Region erlosch aber nicht. Das Sachsenringrennen fand in den Folgejahren im „Ausweichquartier“ im böhmischen Most statt, während nach Lösungen vor Ort gesucht wurde. Ein Motodrom wie geplant wurde es nicht, aber seit 1995 trägt das neu gebaute Verkehrssicherheitszentrum Sachsenring (VSZ) nun den legendären Namen und seit 1998 findet der Internationale Große Preis von Deutschland für Motorräder wieder auf dem neuen Sachsenring statt – mit jährlich neuen Zuschauerrekorden. Die neuen Helden heißen nun Valentino Rossi und Marc Marquez – oder auch Jonas Folger und Sandro Cortese. Auch Steve Jenkner und Dirk Heidolf aus Hohenstein-Ernstthal prägten die ersten Jahre.

Der im benachbarten Aue beheimatete FC Erzgebirge, einst Wismut Aue, vertritt die Region im bezahlten Fußball, in der 2. Bundesliga. Der Club meiner Heimatstadt, der VfL 05 Hohenstein-Ernstthal, spielt als höchstklassiger Vertreter des Wahlkreises in der Oberliga – und wurde 2018 deutscher Meister im Futsal. Guten Sport auf teilweise höchstem Niveau bieten im Wahlkreis weiterhin u.a. der SSV Blau-Weiss Gersdorf (Faustball 2. Bundesliga), der RV Thalheim und der RV Eichenkranz 1908 Lugau (beide Ringen in hohen Klassen). Der Reitsport in der Region, bspw. in Burgstädt, Limbach-Oberfrohna und Zwönitz, verdient ebenso Erwähnung, wie bspw. die teilweise hochklassigen Tischtennisspieler der Region; in Oelsnitz ist traditionell das Fechten zuhause.

Ich hoffe, diese kleine Reise durch meine Heimat hat Ihnen ein wenig Appetit auf einen Besuch gemacht – sie muss leider fast zwangsläufig unvollständig sein. Ich lade Sie herzlich auf einen Besuch ein. Wenn Sie mögen, wenden Sie sich auch an meine Wahlkreisbüros. Wir vermitteln Ihnen gern Kontakt zu den hiesigen Tourismusanbietern.